Die Ingolstädter Landesgartenschau öffnet nächstes Jahr vom 23. April bis 3. Oktober 2021 ihre Tore für Besucher von nah und fern.

Für den Zeitraum bis zur Eröffnung, haben der Aufsichtsrat der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH und der Ingolstädter Stadtrat einstimmig beschlossen, das Gelände nicht für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dafür gibt es gute Gründe.

So sind viele Ausstellungsbeiträge zwar vorhanden und sichtbar, aber auf Grund der wochenlangen Beschränkungen durch Corona zum Teil nicht in einem Gartenschau-würdigen Zustand. Andere Ausstellungsbeiträge, wie zum Beispiel der Garten der Partnerstadt Opole, ist noch eine komplette Baustelle, weil die Aussteller nicht anreisen konnten. Die vorhandenen Ausstellungsbeiträge wären nicht zugänglich und könnten auch nicht betreut werden. So ist beispielsweise das Stadtlabor im Süden des Geländes derzeit ein leerer Platz mit Containern.

Statt des vorgesehenen Rollrasens wurde auf noch nicht eingegrünten Flächen Rasen angesät. Dieser ist noch nicht stabil gewachsen, es gibt auf dem Gelände also so gut wie keine Grünflächen, auf denen man picknicken oder toben könnte. Die Pflege des Geländes wurde bereits ab Anfang April minimiert. Die für eine Gartenschau so wichtigen Wechselflorflächen werden nach Abblühen der Frühjahrsblüher nicht mehr neu bepflanzt und gleichen daher in Kürze eher wilden, verunkrauteten Flächen. Somit wäre das Gartenschaugelände in diesem Jahr kein typischer Park. Ohne Rasenflächen könnte man nur auf abgezäunten Wegen spazieren, das Gelände böte also eine nur geringe Aufenthaltsqualität.

Um das Gelände Corona-konform zu machen, müssten alle Ausstellungsbeiträge durch Zäune abgetrennt werden, die Öffnung des Wasserspielplatzes wäre nicht möglich, es müssten Wege eingezäunt und alle Hygienevorschriften auf dem Gelände umgesetzt werden. Die Absicherung der Ausstellungsflächen wäre schon aus Sicherungs-und Haftungsgründen notwendig. Das würde dem Steuerzahler wiederum nicht unerhebliche Kosten verursachen.

Auch haftungsrechtliche Aspekte sprechen gegen eine Öffnung: Die Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH würde rechtlich für diese Öffnung außerhalb der Durchführung der Gartenschau für alles, was auf dem Gelände passiert, haftbar gemacht werden. Diese Verantwortung können weder die Geschäftsführer noch die Aufsichtsräte stemmen.

Zuletzt fällt auch ein finanzieller Aspekt ins Gewicht: würde das Gelände in diesem Jahr geöffnet, ohne dass eine Landesgartenschaustattfindet, müsste die Stadt Ingolstadt rund 6,5 Millionen Euro in Anspruch genommener Vorsteuer zurückzahlen.

Jetzt kann das Gelände in diesem Jahr in Ruhe wachsen und wird dann mit einer Gartenschau, inklusive Blumenmeere, Veranstaltungen und Gastronomie 2021 eröffnet.