Die Nachhaltigkeit im Blick

Nachhaltiges Handeln ist keine Modeerscheinung, auch wenn es nun in aller Munde ist.
Bereits vor einigen hundert Jahren hat man nachhaltig gelebt und gearbeitet. Nur ist im Laufe der Industrialisierung und mit zunehmendem Wohlstand der sorgsame Umgang mit unseren Ressourcen, mit unserer Natur, verkümmert. Deshalb spielte das Thema Nachhaltigkeit bei der Landesgartenschau Ingolstadt eine wichtige Rolle. Ziel war es, eine ansprechende und für alle nutzbare dauerhafte Grünanlage für Ingolstadt zu schaffen. Dabei wurde darauf geachtet, die Biodiversität zu erhalten und Ressourcen schonend einzusetzen. Mit den Ausstellungsbeiträgen und Programmpunkten wurden Besucherinnen und Besucher für die vielfältigen Sichtweisen des übergeordneten Themas Nachhaltigkeit sensibilisiert.

Im zulässigen Rahmen des öffentlichen Vergaberechts wurde die regionale Wirtschaft als Lieferant und Dienstleister berücksichtigt. Die Inklusion von Menschen mit Handicap und speziellen Bedürfnissen und Barrierefreiheit wurde ermöglicht.
Bei allen Entscheidungen rund um die Landesgartenschau wurde darauf gesachtet, dass das Thema Nachhaltigkeit konkret berücksichtigt bzw. umgesetzt wird, soweit es ökonomisch vertretbar war – unterstützt durch die Kooperation mit inas, dem Institut für angewandte Nachhaltigkeit.

Neues Grün für Generationen

Grundsätzlich bringt die, durch die Landesgartenschau entstandene, dauerhaft angelegte Grünfläche mit ca. 23 Hektar viel Positives für Ingolstadt. Sie ist eine Frischluftschneise und verbessert das Stadtklima, indem sie als kühlender Ausgleich für aufgeheizte und versiegelte Flächen wirkt. Der Baumbestand wurde auf über 1.000 Stück erhöht und zusammen mit den unzähligen Sträuchern, Stauden-, Rasen- und Wiesenflächen wirken diese Pflanzen als Feinstaubfilter, die das Treibhausgas CO2 in lebenswichtigen Sauerstoff umwandeln. Zugleich kühlen die Pflanzen durch ihre Verdunstungsleistung. Langfristig können die Bewohner der umliegenden Stadtviertel und ihre Gäste hier Ruhe und Entspannung im Grünen finden.
Als neuer Treffpunkt steht der Park für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft zur Verfügung. Spielplätze, Veranstaltungs- und Aktionsflächen sowie Grünflächen für Sport und Freizeitaktivitäten bringen Menschen zusammen – ein wichtiger Aspekt sozialer Nachhaltigkeit.
Versiegelte Flächen in der Stadt oder landwirtschaftliche Monokulturen bieten keine Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinlebewesen. Durch die Landesgartenschau wurden natürliche Flächen mit hoher Qualität für diese Tiere geschaffen und nachhaltig erhalten. Dies trägt zu mehr Artenvielfalt in der Stadt bei.
Der Energieverbrauch für Beleuchtung entspricht weltweit ungefähr 20 % des gesamten elektrischen Energieverbrauchs. Die Leuchten entlang der Fuß- und Fahrradwege im Gartenschaupark wurden direkt mit LED-Leuchten bestückt, so dass auch hier ein nachhaltiger Beitrag zur Energieeffizienz geleistet wird. Betrieben werden diese mit Ökostrom, der zu 100 % aus regenerativen Energien stammt.
Auch bei der Wahl der Erde, sowohl für die Ausstellungsbeiträge als auch für die Daueranlage ging die Landesgartenschau Ingolstadt neue Wege. Sie verwendete ausschließlich torffreie Substrate und trug damit aktiv zum Klima- und Artenschutz bei. Nachhaltig ist auch die Herstellung des Substrats: Die Bestandteile der Erde kamen aus dem Gelände selbst und aus Werken, die in Ingolstadt und Umgebung liegen; angemischt wurde sie direkt auf dem Gartenschaugelände.

„Nachhaltigkeit“ als roter Faden durch die Ausstellungsbeiträge

Die Ausstellungsbeiträge und viele Veranstaltungen der Landesgartenschau Ingolstadt widmeten sich der Nachhaltigkeit. Garten- und Landschaftsbaubetriebe aus Bayern stellten in ihren Schau- und Themengärten Möglichkeiten einer umwelt- und ressourcenschonenden Gartengestaltung vor. Sie präsentierten umweltverträgliche Alternativen zu gängigen Materialien, Pflanzenschutz und Pflegemaßnahmen.

Gleichzeitig beinhaltete das Thema Nachhaltigkeit auch ökonomische und soziokulturelle Faktoren: Wie kann ein attraktiver Garten angelegt sein, um Unterhalts- und Pflegemaßnahmen langfristig zu minimieren? Welche Rolle spielen gesundheitliche Aspekte in der Gartengestaltung? Wie kann ein Garten als verbindendes Element unterschiedlicher Kulturen oder Bevölkerungsgruppen dienen? Wie sieht barrierefreie Planung auf kleinem Raum aus?
Die Herausforderung der Landesgartenschau Ingolstadt war es, den Besuchern leicht verständliche Lösungen auf diese Fragen mit an die Hand zu geben und zur Umsetzung im privaten und gesellschaftlichen Raum anzuregen.

Das Stadtlabor bestach durch sein urbanes, lässiges Flair: Möbel aus Sperrmüll, eine Kreide- und Graffitiwand zum kreativen Ausleben sowie Foodtrucks mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot, überspannt von Sonnensegeln aus alten Werbeplanen bilden den Rahmen. In umgebauten Hochseecontainern boten regionale Händler und Künstler ihre nachhaltigen Produkte zum Verkauf. Dazwischen standen OpenSpace Container, in denen Startups, Handwerker und Vereine aus Ingolstadt und Umgebung sich und ihre Ideen für ein nachhaltigeres Alltagsleben vorstellten. In offenen Werkstätten ging es um Themen wie Ressourcenbewusstheit, Interkulturalität, Regionalität, Inklusion, Handwerk und Partizipation.
Auch die anderen Aussteller im Stadtlabor befassten sich mit Nachhaltigkeit und der Frage, wie eine grüne Zukunft aussehen kann.

Drei bayerische Hochschulen brachten ihre Forschungen mit und stellten sie den Besuchern vor. Studierende der Hochschule Weihenstephan Triesdorf (HSWT) setzten mit ihrem Beitrag ClimateMove – Applied Sciences for Future in Zeiten der Klimadebatte ein Zeichen und antworteten auf Fragen wie: Wie wird das Stadtklima durch begrünte Wände und Dächer in Zukunft beeinflusst? In welcher Weise können wiedervernässte Moore gleichzeitig CO2-Speicher sein und nutzbarer Boden werden? Wie gelingt die Rückgewinnung der Biodiversität? Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) stellte sich unter dem Titel Bildung für eine lebenswerte Zukunft vor. In ihrem Ausstellungsbeitrag schlug die KU eine Brücke zwischen Bildung und Nachhaltigkeit.
Als Teil des Wissenstransferprojekts „Mensch in Bewegung“ stand der Pavillon der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) für einen aktiven Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Vortragsreihen und Workshops griffen die Themen Klimawandel, nachhaltige Ernährung, künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit sowie E-Mobilität auf. Zwei mobile Labore ermöglichten es, in die Welt der Mobilität der Zukunft und des automatisierten Fahrens einzutauchen.

Autark, dezentral & nachhaltig: Die Container-Energiestation

Hier handelte es sich um einen innovativen Beitrag zur Energiewende aus den Bereichen Photovoltaik, Wind und kompakter Speicherung. Ästhetisch hochwertige Photovoltaik-Module dienten als Fassadenverkleidung und erzeugten gleichzeitig Energie, ebenso wie die genehmigungsfrei aufstellbare und geräuscharme Kleinwindanlage. Gespeichert wurde diese Energie in einem kompakten, nicht brennbaren Stromspeicher ohne Lithium und Kobalt, der zur direkten Energieversorgung der Landesgartenschau beitrug.

Nachhaltige Gastronomie

Unsere Ernährung trägt durch die damit verbundene Lebensmittelherstellung und den Transport zur Entstehung von Treibhausgasen und damit zum Klimawandel bei. Regionale Produkte haben kürzere Transportwege und saisonale Produkte müssen nicht lange gelagert und gekühlt werden. Daher legte die Landesgartenschau Ingolstadt Wert auf regionale und saisonale Angebote in der Gastronomie. Zudem wurde eingeladen, die vielfältigen vegetarischen Speisen zu probieren, die neben Fleisch- und Fischgerichten angeboten wurden. Bio- und FairTrade-Kennzeichnungen wiesen auf umweltfreundliche Landwirtschaft bzw. faire Arbeitsbedingungen hin. Um Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu schonen, wurden, soweit möglich, nur Mehrweggeschirr und Mehrwegflaschen verwendet. Des Weiteren wurden umweltschonende Reinigungsmittel benutzt.
Selbstverständlich waren sowohl in der Gastronomie als auch im gesamten Gartenschaugelände Abfallsysteme mit Möglichkeit zur Mülltrennung aufgestellt.

Bauern auf der Landesgartenschau

Jeder von uns braucht dreimal am Tag einen Landwirt. Doch wo kommen die Nahrungsmittel für unsere Mahlzeiten her? Wie werden sie erzeugt? Und welche Landwirte stehen mit Hingabe und Verantwortung hinter dem Anbau von Feldfrüchten und der Tierhaltung? Auf der Fläche des Vereins Inspiration Landwirtschaft e.V. zeigten lokale Landwirte aus der Region in und um Ingolstadt die Landwirtschaft greifbar und erlebbar in verschiedenen Themenblöcken von der Aussaat bis zur Ernte. Im Dialog mit den Landwirten konnten sich Besucherinen und Besucher über lokale Themen der Landwirtschaft wie Getreide, Milch oder dem Zuckerrübenanbau informieren und von der Landwirtschaft inspirieren lassen.
Auf einer weiteren Fläche präsentierte sich die Vielfalt der Ökologischen Landwirtschaft. Die Schauflächen zeigten einen Ausschnitt der Ackerkulturen, die in Bayern von Ökobetrieben angebaut werden. Diese Vielfalt im Anbau belebt unsere Kulturlandschaft. Ökolandbau ist innovativ und arbeitet mit modernen Pflanzenbausystemen wie Mischkulturen, Untersaaten oder Agroforststreifen. Blütenreiche Feldsäume und Ackerwildkräuter gehören dazu und verbinden Landwirtschaft mit Naturschutz. Weitere Themen sind: Welche Verwendungsmöglichkeiten und Eigenschaften haben die gezeigten Feldfrüchte? Wie werden Pflanzen im Ökolandbau im Zeitablauf miteinander kombiniert, damit sie voneinander profitieren?

Natur erfahren. Natur bewahren.

Die Ausstellung des Bayerischen Umweltministeriums zeigte die bunte Welt der heimischen Tiere und Pflanzen und wie sie sich verändert hat. Auf einer simulierten Zugfahrt und in einer Hörinstallation mit Geräuschkulissen konnten Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Lebensräume erkunden. Am Frühstückstisch wurde die besondere Rolle bestäubender Insekten deutlich.

Nachhaltigkeitsparcours

Durch die Initiative des Instituts für angewandte Nachhaltigkeit (inas) in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Ingolstadt und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt entstand ein Nachhaltigkeitsparcours. Er vermittelte auf spielerische Art Wissen zum Thema Nachhaltigkeit.

Der Lehrpfad war Teil des Transferprojekts „Mensch in Bewegung“. Der außerschulische Lernort unterstützte die Bildung für nachhaltige Entwicklung. An 11 Stationen wurden Besucher zu alltäglichen Nachhaltigkeitsthemen informiert und zum Mitmachen motiviert. So gaben die Parcoursstationen Tipps zu den Themen Mobilität, Ernährung, Abfallvermeidung, Konsum und vielen weiteren Bereichen des Alltags. Unter dem Motto „Nachhaltig handeln kann so einfach sein!“ wurden die Besucher von zwei Charakteren spielerisch durch den Parcours geführt. Zudem gab es eine Online-Plattform des Parcours, auf der weitere Informationen zu finden waren. Durch einen QR-Code auf den Parcours-Tafeln war die Online-Seite ganz einfach zu erreichen.

Der Einsatz der Initiative Familienunternehmen für Ingolstadt hat die Umsetzung des Parcours erst möglich gemacht. Die Audi Stiftung für Umwelt war mit dem Ausstellungsbeitrag Clear Rivers in den Parcours integriert.

Stadt-Aussichten

Zwei Elemente prägten das Gesicht des Beitrags des Bund Naturschutz/Kreisgruppe Ingolstadt: Ein Baustellencontainer mit Aussichtsplattform als Sinnbild für die rasante Stadtentwicklung und ein Weidenpavillon für die Natur in der Stadt, die wir erhalten und entwickeln wollen. Ob Auwald, Grünring, Stadtbäume oder der eigene Garten – für eine lebenswerte Stadt gilt es neue Wege zu gehen. Mit wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen spannten unterschiedliche Akteure den Bogen vom Ist-Zustand über das Ingolstadt von morgen bis hin zu den Utopien für die Zukunft. Mit Ideen für mehr Grün zu Hause und Nachhaltigkeit im Alltag. Kinder konnten auf einer Kinderbaustelle spielen und an Bodenstationen experimentieren.

Die HumusRevolution

Gute Erde, also Humus, der CO2 aus der Atmosphäre speichert, ist Voraussetzung für Leben. Im Beitrag von Transition Town wurde die Landwirtschaft als CO2-Mitverursacher und Zukunftshoffnung zugleich gezeigt. Der „Humusthron“ (Komposttoilette) stand für die Chance, Nährstoffe wieder in den landwirtschaftlichen Kreislauf zurück zu führen, Humus aufzubauen und Wasser zu sparen. Transition Town betreibt in Ingolstadt einen Gemeinschaftsgarten, ein Reparatur-Café, einen Weitergeberladen und unterstützt die Solidarische Landwirtschaft.

WaldFaszination

Mit dem Beitrag stellte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt (AELF) die Vielfalt des Waldes in der Region und darüber hinaus in den Mittelpunkt. Themen wie Klimawandel, Waldumbau, Artenvielfalt, Arbeitsplatz Wald, Holznutzung und Wald als Erholungsort wurden in einem wöchentlich wechselnden Programm präsentiert. Eine Vielzahl von Mitmach-Aktionen für Groß und Klein zum Lebensraum Wald und seinem nachwachsenden Rohstoff Holz luden zur aktiven Beteiligung ein. Künstler zeigten ihre Werke mit Bezug zum Wald oder ließen sie direkt vor Ort entstehen. Abgerundet wurde das Angebot durch mehrere Konzerte als Sonntags-Matineen.

Talking Trees

Die Audi Stiftung für Umwelt fördert Eichenwald-Versuchsflächen an allen Audi Produktionsstandorten weltweit. Im Eichenwald bei Ingolstadt wurden ausgewählte Messbäume mit Sensoren ausgestattet, die minutengenau Daten u.a. zu Wasserhaushalt, Photosyntheseleistung und Baumwachstum erfassen. Talking Trees stellte vor, was die Bäume den Forstwissenschaftlern der TU München „erzählen“.

Für eine Generation, die weiß, was sie isst

Die GemüseAckerdemie ist ein praxisorientiertes Bildungsprogramm für Schulen und Kitas. Schülerinnen und Schülern der Sir-William-Herschel-Mittelschule kümmerten sich um den Anbau, die Pflege und die selbständige Vermarktung ihres eigenen Gemüses und lernten so die vollständige Produktionskette des ökologischen Gemüseanbaus kennen. Im Laufe eines Ackerjahres wurden auf der Landesgartenschau ca. 30 verschiedene Gemüsearten gesät und gepflanzt.

Superfood aus dem eigenen Garten

Lebensmittel – insbesondere Obst und Gemüse – die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben, werden als Superfood bezeichnet. Bekanntes Superfood wie Goji-Beeren, Chiasamen und Co reisen um die halbe Welt, bis sie auf unseren Tellern landen. Dabei gibt es heimische Alternativen (Goji-Beeren vs. Brennesel, Chiasamen vs. Leinsamen, Quinoa vs. Hirse), die mit einem geringen ökologischen Fußabdruck, geringer Umweltbelastung und kostengünstig zu Hause angebaut werden können. Wie das geht zeigte der Verband Wohneigentum/Landesverband Bayern.

Ein Kontrast?: Wechselflor und Nachhaltigkeit

Dies war ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, da diese Wechselflorfläche gegenüber der Apfelbaumwiese auch nach der Gartenschau erhalten bleibt. Deshalb wurden hier ein- und zweijährige Pflanzen mit Wildstauden kombiniert. Sie bieten, ebenso wie die Apfelbaumwiese selbst, neue, dauerhafte Lebensräume für Vögel und Insekten. Die Früchte der Bäume und Sträucher der Apfelbaumwiese dürfen gepflückt und gegessen werden.

Der „Schulweg“: Kreatives Beteiligungsprojekt

Unter dem Motto „Beteiligen und Mitgestalten“ wurden Schulen aufgerufen, mit kreativen Werken Teil des Schulweges zu werden. Stets lag dabei der Fokus darauf, aus nachhaltigen Materialien oder durch Upcycling Neues zu schaffen.

Zeit für Grün

Was ist wirklich pflegeINTENSIV und was pflegeLEICHT? Der Beitrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zeigte, wie viel Zeit für den Unterhalt von Grünflächen wirklich aufgewendet werden muss und stellte die Vorteile für die Umwelt und die eigene Gesundheit vor. Auf dem Weg zur eigenen grünen Oase halfen die Experten gerne weiter.

Gemeinsam gegen die Verschmutzung der Meere!

Die Audi Stiftung für Umwelt engagiert sich gemeinsam mit der Recycled Island Foundation für eine Lösung dieses Problems. Dabei setzt diese Initiative an der Ursache an. Sie entwickelt und etabliert Auffangbecken in Flüssen und Häfen, die verhindern, dass Plastikmüll ins Meer geschwemmt wird. Eine erste gemeinsame Litter Trap, die diesen Müll sammelt, wurde im März 2019 im Charleroi Kanal in Brüssel installiert. Zur Bewusstseinsbildung wird ein Teil des gesammelten Mülls recycelt und mittels innovativem 3D-Druck zur Herstellung von Bänken eingesetzt.

Ein Herz für Bienen, Schmetterlinge & Co

Unsere Honigbiene hat viele Verwandte: Allein rund 500 Bienenarten sollen in Deutschland heimisch sein, wobei die Hummel als Wildbienen-Art dazu zählt. Etwa 3.700 Arten an Schmetterlingen kommen in Deutschland vor und dann gibt es noch Wespen und Hornissen, Käfer und viele weitere Insekten…
Jede einzelne Art hat ihre Bedeutung im Kreislauf der Natur. Viele Insekten dienen anderen Arten (wie z.B. Vögeln, Amphibien und Fledermäusen) als Nahrung. Zudem sind rund 80 % aller Pflanzenarten in unseren gemäßigten Breiten auf die Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen. Doch viele Insekten und ihre Lebensräume sind durch unterschiedliche Faktoren bedroht.

Die Landesgartenschau Ingolstadt trug zur Aufklärung über die Bedeutung dieser Insekten bei und sicherte durch die Schaffung neuer Lebensräume ihren Erhalt.

Leben braucht Vielfalt: Natur erfahren, Natur bewahren

Die Artenvielfalt hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Die Ausstellung des Bayerischen Umweltministeriums zeigte die bunte Welt der heimischen Tiere und Pflanzen und wie sie sich durch den Einfluss des Menschen verändert hat. Was hat sich nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ geändert? Bei einer simulierten Zugfahrt und in einer Hör-Installation mit Geräuschkulissen konnten Besucherinnen und Besucher die unterschiedliche Lebensräume erkunden. Am Frühstückstisch wurde die besondere Rolle bestäubender Insekten deutlich. Unsere Naturvielfalt zu schützen und zu erhalten ist eine bedeutende Aufgabe – jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten!

Das Aktionsbündnis „Ingolstadt summt!“, stellte Wildbienen – die anderen Bienen und ihre wichtigen Aufgaben in der Natur vor. „Ingolstadt summt“-Bienchen aus Holz, die von Kindern bemalt wurden, markierten Wildbienen-Lebensräume und insektenfreundliche Bereiche auf dem gesamten Gartenschaugelände.

Werden in der freien Landschaft Flächen versiegelt, ist es notwendig, an anderer Stelle wertvolle Bereiche für die Natur neu zu schaffen, um naturnahe Lebensräume zu erhalten. Die Ausgleichsfläche mit 8.500 m² Fläche mag mit ihrem dichten Buschwerk und den offenen Flächen auf den ersten Blick unscheinbar und ungepflegt wirken, doch sie hat es in sich.
Sie ist Lebensraum für viele Tiere, darunter auch das bedrohte Rebhuhn. Eine Kette von Rebhühnern hat auf dem Gartenschaugelände gebrütet. Im Bereich der Ausgleichsfläche informierte die untere Naturschutzbehörde der Stadt Ingolstadt über die hier vorkommende Tier- und Pflanzenwelt.

Robinson’sche Blumenwiese

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG) adaptierte in ihrem Gartenschaubeitrag das erfolgreiche Pflanzkonzept des irischen Gärtners William Robinson (1838-1935), dessen Leitbild es war, eine pflegeleichte und über einen langen Zeitraum blühende Wiese zu schaffen: Biologische Vielfalt und ökologische Nachhaltigkeit, die die GWG in vielen ihrer Anlagen gedeihen lässt.
Rund 37 Staudensorten – darunter verschiedene Raublatt-Astern, Steppen- und Wiesensalbei, Glocken- und Flockenblumen, Kleinen Wiesenknopf und Kugeldisteln, dazu ca. 14 Zwiebelsorten wie Zierlauch, Narzissen und Tulpen und noch sieben Gräsersorten wurden gekonnt zu einer Blühwiese kombiniert, an der Mensch und Tier sich monatelang erfreuen konnten.

Kinder von heute – Blüte der Zukunft

Der Förderverein Waldorfschule Ingolstadt e.V. möchte in der Region Ingolstadt eine Waldorfschule gründen. Im Beitrag „Die Kinder von heute – die Blüte von morgen“ symbolisierte die Blüte das Wachsen und Werden – das Aufblühen – der Kinder. Ein Insektenhotel bildete in Einheit mit den Blütenpflanzen die Symbiose zwischen Leben und Ernährung und lud die Besucherinnen und Besucher zur Beobachtung ein.
Umweltverschmutzung, Bienenkrankheiten, Bienensterben und vom Ausland eingeschleppte Parasiten und Schädlinge bedrohen das Leben der Bienen. Ohne die Bestäubungsleistung der Bienen würden die Erträge in der Landwirtschaft und dem Obstanbau drastisch zurückgehen. Ein alter Spruch besagt „Erst stirbt die Biene, dann der Mensch“. Aus diesem Grund bemühen sich die Bienenzuchtvereine um die Erhaltung der Bienen, den Schutz und Erhalt der Natur und der Umwelt. Im Bienenhaus auf der Landesgartenschau konnten sich Besucherinnen und Besucher vor Ort über das Leben der Bienen informieren. Fachkundige Imker der Bezirks-Bienenzuchtvereine Ingolstadt und Ambrosius Gerolfing boten kostenlose Führungen durch das Bienenhaus und erklärten den Besuchern die Imkerei.

we4bee – digital vernetzte Bienenstöcke

Die Audi Stiftung für Umwelt hat in Kooperation mit we4bee 100 digitalisierte Bienenstöcke an Bildungsinstitutionen deutschlandweit ausgegeben. Die in den Bienenstöcken verbauten Sensoren übermitteln online Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Gewicht, Schall/Vibration, Feinstaubbelastung und vieles mehr. Mittels Big Data Analyse und Machine Learning Methoden soll erforscht werden, inwieweit Muster in den Datenströmen erkannt werden können, die Rückschlüsse auf den Zustand des Bienenvolks oder auf Umweltereignisse in der Nähe des Bienenstocks zulassen. Das Bienenvolk darf sich im Bienenstock frei entwickeln und dient in diesem Forschungsprojekt als Biosensor.

Hortus Ericii – der Garten des Igels

Der Igel steht auf der Vorstufe zur Roten Liste in Bayern. Die Hauptnahrung des Igels besteht zu 80 % aus großen Laufkäfern und anderen Insekten, Amphibien und Kleinsäugern, die durch die aktuelle Gartengestaltung immer weniger werden. Im Hortus Ericii wurden Vorschläge gemacht, wie man einen wunderschönen, igelfreundlichen Natur-Garten mit heimischen Stauden und spannenden Elementen gestalten kann.  Es wurde gezeigt, welche Gefahren für Igel im Garten und auf unseren Grundstücken wie auch auf der Straße drohen – und wie man sie vermeiden kann.