Landesgartenschau.
Stadt planen.

Landesgartenschauen schaffen neue Räume für die Stadt. Sich in ihnen aufzuhalten, bereitet Freude. Es sind Räume zum Bleiben nah.
Zur Landesgartenschau 1992 setzten die Stadtplaner das Vorhaben um, die aufgelassene Industriebrache am südlichen Donauufer in eine zentrumsnahe Grünoase umzuwandeln. So entstand – umrahmt von historischen Festungsbauten und altem Baumbestand – die einmalige Kulisse, die den Charme des heutigen Klenzeparks ausmacht.
Neues Grün muss wachsen. Das neue Gartenschaugelände ist anders; sein landschaftsplanerisches Konzept ist modern. Der Reiz dieses Ortes erschließt sich dem Betrachter vielleicht nicht sofort, doch dann verhält es sich mit den Ingolstädtern und ihrem neuen Park wie mit der Liebe. Auf den zweiten Blick währt sie beständig. Auch stadtplanerisch ist die Ausgangssituation fast 30 Jahre später eine andere. Dieses Mal geht es um die Aufwertung des Randbezirks im Ingolstädter Nordwesten, wobei gleich mehrere Ziele verfolgt werden.

Zweiten Grünring stärken

Charakteristisch für Ingolstadt sind die drei konzentrischen Grünringe, die den Festungsgürteln des 19. Jahrhunderts folgen. Das neue Gartenschaugelände liegt inmitten des zweiten Grünrings, zwischen der Gemeinde Gaimersheim und den Stadtteilen Friedrichshofen, Piusviertel und Hollerstauden. Vorherrschend ist hier der Gewerbe- und Siedlungsbau. Aus diesem Grund muss der zweite Grünring dringend gestärkt und von Bebauung freigehalten werden. Die neue Parkanlage sichert an dieser Stelle ein Stück Natur für alle.

Naherholung finden

Die neue grüne Lunge für Freizeit und Erholung schließt eine Lücke im Ingolstädter Nordwesten. Gerade im Piusviertel und in Friedrichshofen leben viele Familien mit Kindern, die ihrer Lust an Bewegung im Grünen nun freien Lauf lassen können. Auch die Mitarbeiter der umliegenden Firmen und Betriebe finden hier während ihrer Arbeitspausen Entspannung.

Verbindung schaffen

Eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke wird das neue Gartenschaugelände mit dem östlichen Piusviertel verbinden. Durch die Schaffung von Rad- und Fußwegen sind die Gemeinde Gaimersheim und die angrenzenden Stadtteile nun direkt aneinander angeschlossen. Die neu angelegte Parkterrasse wird zum zentralen Begegnungsort.

Artenreichtum fördern

Das Gelände liegt auf bisher landwirtschaftlich genutzten Feldern, auf denen für das neue Naherholungsgebiet zahlreiche Blumenwiesen angelegt werden, die artenreiche Lebensräume schaffen.

Landschaft.
Spannung gestalten.

Der neue Landschaftspark wird westlich vom Einkaufszentrum Westpark und östlich vom Güterverkehrszentrum flankiert. Im Norden grenzt er an den Hochkreisel, im Süden an die stark befahrene Richard-Wagner Straße. Wie auch Ingolstadt selbst, steht das neue Gartenschaugelände in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt. Handel, Industrie, Verkehr und ökonomische Landwirtschaft üben von allen Seiten her Druck auf das Gelände aus.
Diese Spannung greift die landschaftsgestalterische Planung auf. So wie sich Moleküle unter hohem Druck nach den Gesetzen der Physik in einer Gitterstruktur anordnen, also zu Kristallen werden, formieren sich auch die Flächen und architektonischen Gestaltungselemente streng linear.

Ein Beispiel für die kristalline Architektur sind die mit feurig leuchtenden Stauden besetzten Pflanzkristalle. Wie Blitze strahlen sie rings um die Stadtterrasse aus und entladen sich mit ihrer Farbenpracht auf das Gelände. Im Wechsel mit locker angeordneten Staudenpflanzungen, wilden Blumenwiesen und leichten Anhöhen gruppieren sich die geometrischen Formen in der modernen Parklandschaft zu einem harmonischen Gesamtbild.

Ausstellung.
Entdecken, Staunen, Inspirieren lassen.

Durch die Ausstellungsbeiträge der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 zieht sich das Kernthema „Nachhaltigkeit“ wie ein roter Faden.
Vielfältige Schau- und Themengärten zeigen Möglichkeiten einer umwelt- und ressourcenschonenden Gartengestaltung auf.
Einen Genuss fürs Auge versprechen die bunten Wechselausstellungen in der Blumenhalle. Hinzu kommen farbenfrohe Staudenpflanzungen sowie Frühjahrs- und Sommerblumen, die sich mit ihrer Blütenpracht jeweils über 2.500 m² Fläche in der spannungsreich gestalteten Parklandschaft erstrecken.
Das junge Stadtlabor inspiriert mit zukunftsweisenden Ausstellungsthemen wie bewässerungsneutralen Dachbegrünungen, Vertical- und Urban Farming, Fassaden der Zukunft und ökologischer Landwirtschaft.
Mit Gemeinschaftsgärten, den sogenannten Krautgärten, und einer Outdoorküche präsentiert die Landesgartenschau die Beziehung von Nahrung und Natur.