Die Natur im Blick.
Die Zukunft in Aussicht!

Viele Stadtmenschen sehnen sich nach Freiraum und Natur, Ruhe und Entschleunigung, Teilhabe und Gemeinschaft. Öffentliche Grünanlagen werden immer mehr zu zentralen „Glücksfaktoren“. Gartenschauen initiieren Grünanlagen. Die Durchführung von Gartenschauen bietet Städten eine große Chance. Durch sie lassen sich grünplanerische Ziele effektiv umsetzen, denn sie tragen zu einem ausgewogenen Verhältnis von Wohn-, Verkehrs- und Naherholungsflächen bei. Mit ihnen entstehen reizvolle Lebens- und Begegnungsräume. Sie sorgen für Erholung vom beschleunigten Stadtalltag und versprechen einen hohen Freizeitwert. Das steigert die Lebensqualität der Stadtbevölkerung auf lange Sicht, auch für nachfolgende Generationen.
Den „Impulsgeber Gartenschau“, kofinanziert aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung und vom Freistaat Bayern, nutzt Ingolstadt 2020 bereits zum zweiten Mal. Ein gelungenes Beispiel für mehr Grün in der Stadt ist der beliebte Klenzepark, der 1992 im Rahmen der ersten Ingolstädter Landesgartenschau angelegt wurde.

Landesgartenschau.
Stadt planen.

Landesgartenschauen schaffen neue Räume für die Stadt. Sich in ihnen aufzuhalten, bereitet Freude. Es sind Räume zum Bleiben nah.
Zur Landesgartenschau1992 setzten die Stadtplaner das Vorhaben um, die aufgelassene Industriebrache am südlichen Donauufer in eine zentrumsnahe Grünoase umzuwandeln. So entstand – umrahmt von historischen Festungsbauten und altem Baumbestand – die einmalige Kulisse, die den Charme des heutigen Klenzeparks ausmacht.
Neues Grün muss wachsen. Das neue Gartenschaugelände ist anders, sein landschaftsplanerisches Konzept ist modern. Der Reiz dieses Ortes erschließt sich dem Betrachter vielleicht nicht sofort, doch dann verhält es sich mit den Ingolstädtern und ihrem neuen Park wie mit der Liebe. Auf den zweiten Blick währt sie beständig. Auch stadtplanerisch ist die Ausgangssituation fast 30 Jahre später eine andere. Dieses Mal geht es um die Aufwertung des Randbezirks im Ingolstädter Nordwesten, wobei gleich mehrere Ziele verfolgt werden.

Zweiten Grünring stärken

Charakteristisch für Ingolstadt sind die drei konzentrischen Grünringe, die den Festungsgürteln des 19. Jahrhunderts folgen. Das neue Gartenschaugelände liegt inmitten des zweiten Grünrings, zwischen der Gemeinde Gaimersheim und den Stadtteilen Friedrichshofen, Piusviertel und Hollerstauden. Vorherrschend ist hier der Gewerbe- und Siedlungsbau. Aus diesem Grund muss der zweite Grünring dringend gestärkt und von Bebauung freigehalten werden. Die neue Parkanlage sichert an dieser Stelle ein Stück Natur für alle.

Naherholung finden

Die neue grüne Lunge für Freizeit und Erholung schließt eine Lücke im Ingolstädter Nordwesten. Gerade im Piusviertel und in Friedrichshofen leben viele Familien mit Kindern, die ihrer Lust an Bewegung im Grünen nun freien Lauf lassen können. Auch die Mitarbeiter der umliegenden Firmen und Betriebe finden hier während ihrer Arbeitspausen Entspannung.

Verbindung schaffen

Eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke wird das neue Gartenschaugelände mit dem östlichen Piusviertel verbinden. Durch die Schaffung von Rad- und Fußwegen sind die Gemeinde Gaimersheim und die angrenzenden Stadtteile nun direkt aneinander angeschlossen. Die neu angelegte Parkterrasse wird zum zentralen Begegnungsort

Artenreichtum fördern

Das Gelände liegt auf bisher landwirtschaftlich genutzten Feldern, auf denen für das neue Naherholungsgebiet zahlreiche Blumenwiesen angelegt werden, die artenreiche Lebensräume schaffen.

Landschaft.
Spannung gestalten.

Der neue Landschaftspark wird westlich vom Einkaufszentrum Westpark und östlich vom Güterverkehrszentrum flankiert. Im Norden grenzt er an den Hochkreisel, im Süden an die stark befahrene Richard-Wagner Straße. Wie auch Ingolstadt selbst steht das neue Gartenschaugelände in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt. Handel, Industrie, Verkehr und ökonomische Landwirtschaft üben von allen Seiten her Druck auf das Gelände aus.
Diese Spannung greift die landschaftsgestalterische Planung auf. So wie sich Moleküle unter hohem Druck nach den Gesetzen der Physik in einer Gitterstruktur anordnen, also zu Kristallen werden, formieren sich auch die Flächen und architektonischen Gestaltungselemente streng linear.

Ein Beispiel für die kristalline Architektur sind die mit feurig leuchtenden Stauden besetzten Pflanzkristalle. Wie Blitze strahlen sie rings um die Stadtterrasse aus und entladen sich mit ihrer Farbenpracht auf das Gelände. Im Wechsel mit locker angeordneten Staudenpflanzungen, wilden Blumenwiesen und leichten Anhöhen gruppieren sich die geometrischen Formen in der modernen Parklandschaft zu einem harmonischen Gesamtbild.

Räume.
Begegnung schaffen.

In öffentlichen Grünanlagen pulsiert das Leben. Sie sind Orte der Kommunikation und des Miteinanders. Auf dem neuen Gartenschaugelände entstehen viele reizvolle Verbindungs- und Begegnungsorte für Jung und Alt, die auch nach der Gartenschau dauerhaft bestehen bleiben.

Als wesentliches Verbindungselement führt der autofreie Piussteg über die Hans-Stuck-Straße zum östlichen Piusviertel. Die Tragekonstruktion ruht auf schmalen Stützen. Den Besucherinnen und Besuchern eröffnet sich von hier aus ein herrlicher Weitblick auf die Anlage.

Die Parkterrasse liegt zentral auf einer Wegeachse in alle Richtungen. Als Besucher-Entrée soll der Platz ein zentraler Treffpunkt für alle werden.

Am Rande des neuen Landschaftssees laden breit angelegte Sitzstufen zum Verweilen am Wasser ein. Südlich des Sees liegt ein Wasserspielplatz, der Kinderherzen höher schlagen lässt. Wasserkanonen, Taue, Gleitflächen, Kletteranlagen mit Netz- und Seilverbindungen regen zum unbeschwerten Spielen im Freien an und fördern die Motorik.

Die sich an den Spielplatz anschließenden Wassergärten können die Besucherinnen und Besucher über Trittsteine und eine Furt beschreiten und mit allen Sinnen erleben.