Es ist die Natur selbst, aus der wir Inspiration für nachhaltige Ideen schöpfen …

Durch die Ausstellungsbeiträge der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 zieht sich das Kernthema Nachhaltigkeit wie ein roter Faden. Vielfältige Schau- und Themengärten zeigen Möglichkeiten einer umwelt- und ressourcenschonenden Gartengestaltung auf. Der Garten- und Landschaftsbau kann dabei zeigen, welche Chancen sich in der Anlage von Gärten und Freiflächen bieten, ökologisch wertvolle Strukturen zu gestalten, ohne gestalterische Einbußen vorzunehmen. Dabei sollten attraktive und umweltverträgliche Alternativen zu gängigen Materialien, Pflanzenverwendung und Pflegemaßnahmen in Form von ökologischem Pflanzenschutz angeboten werden.
Gleichzeitig beinhaltet das Thema Nachhaltigkeit jedoch auch ökonomische und soziokulturelle Faktoren: Wie kann ein attraktiver Garten angelegt sein, um Unterhalts- und Pflegemaßnahmen langfristig zu minimieren? Welche Rolle spielen gesundheitliche Aspekte in der Gartengestaltung? Wie kann ein Garten als verbindendes Element unterschiedlicher Kulturen oder Bevölkerungsgruppen dienen? Wie sieht barrierefreie Planung auf kleinem Raum aus?
Die Herausforderung der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 ist es, den Besuchern leicht verständliche Lösungen auf diese Fragen mit an die Hand zu geben und zur Umsetzung im privaten und gesellschaftlichen Raum anzuregen.
Viele Ausstellungsbeiträge widmen sich darüber hinaus dem Erhalt der Artenvielfalt und der ökologischen Landwirtschaft. Das junge Stadtlabor inspiriert mit zukunftsweisenden Ausstellungsthemen wie Dachbegrünungen, Vertical- und Urban Farming, Fassaden der Zukunft und ökologischer Landwirtschaft. Mit Gemeinschaftsgärten, den sogenannten Krautgärten, und einer Outdoorküche präsentiert die Landesgartenschau die Beziehung von Nahrung und Natur.

Leitbild

Gemäß unseren ökologischen, ökonomischen und sozialen Werten geht es uns um eine ansprechende und für alle nutzbare Gestaltung der Fläche als dauerhafte Grünanlagen. Dabei achten wir darauf, die Biodiversität zu erhalten und Ressourcen schonend einzusetzen.

Mit zahlreichen Ausstellungsbeiträgen und Programmpunkten möchten wir unsere Besucherinnen und Besucher für die vielfältigen Aspekte des übergeordneten Themas Nachhaltigkeit sensibilisieren.

Im zulässigen Rahmen des öffentlichen Vergaberechts berücksichtigen wir die regionale Wirtschaft als Lieferanten und Dienstleister.

Die Inklusion von Menschen mit Handicap und speziellen Bedürfnissen und Barrierefreiheit sind uns wichtig.

Nachhaltigkeitsaspekte in der Umsetzung

Im Rahmen der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 kooperieren wir mit der INAS. Das Institut für angewandte Nachhaltigkeit, einem An-Institut der Technischen Hochschule Ingolstadt, berät uns in vielerlei Hinsicht.

Bei der Schaffung des neuen Naherholungsraums verfolgen wir den Nachhaltigkeitsgedanken aus ökologischer und sozialer Perspektive:

Energieeffizienz 

Energie wird in Form von Strom und Wärme genutzt, also zum Beispiel für Beleuchtung und zur Erwärmung von Wasser. Energieeffizienz heißt, dass wenig Energie für viel Strom oder viel Wärme benötigt wird. Neue Geräte oder Techniken benötigen meist weniger Energie als alte. Das heißt, Energie kann gespart werden. So werden bei der Landesgartenschau zum Beispiel im ganzen Park LED-Leuchten in der Wege- und Brückenbeleuchtung eingesetzt. LED-Beleuchtung benötigt weniger Strom als Beleuchtung mit Natriumdampflampen, die bisher in der Straßenbeleuchtung eingesetzt wurden.

Energiesparen

Neben der Energieeffizienz gibt es weitere Maßnahmen, wie Energie eingespart werden kann. Auf der Landesgartenschau gibt es nur kaltes Wasser zum Händewaschen. Mit kaltem Wasser werden Hände genauso sauber wie mit warmem Wasser. Nicht die Wassertemperatur ist entscheidend, sondern der richtige Einsatz von Seife.

Energiesparen bedeutet Kosten senken, aber vor allem ökologisch handeln. Energiesparen bedeutet weniger Energieverschwendung und damit weniger Belastung für die Umwelt und den Menschen.

Energiequellen

Energieproduktion steht meist in Verbindung mit einer Belastung der Umwelt und damit auch mit einer Belastung des Menschen. Durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern werden CO2, andere Treibhausgase und Feinstaub freigesetzt. Auch bei der Gewinnung der Rohstoffe, dem Abbau, werden Emissionen freigesetzt. Bei Atomenergie gibt es noch keine Lösung für eine Endlagerung des gefährlichen Abfalls. Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist mit weniger Emissionen und weniger Ressourcenverbrauch verbunden und daher besser für die Umwelt. Sonne, Wind und Wasser sind fast unbegrenzt verfügbar und umweltschonend. Die gewonnene Energie steht mittels Speicherung Tag und Nacht zur Verfügung.

Die Landesgartenschau bezieht Ökostrom, der aus Wasserkraft gewonnen wurde. Außerdem wird der Stützpunkt des Gartenamts mit einer eigenen Photovoltaikanlage betrieben. Auch im Stadtlabor kommt Photovoltaik zum Einsatz. Eine Besonderheit im Stadtlabor sind zudem die Kleinwindkraftanlage und ein Ausstellungsbeitrag zur Stromerzeugung über Spinning Bikes, den die Ingolstädter Stadtwerke in Kooperation mit einem Ingolstädter Fitness-Center vorstellen.

Auch wenn die Energie aus erneuerbaren Energiequellen kommt, ist es wichtig, die Energie nicht zu verschwenden, da auch die Herstellung und das Warten von diesen Anlagen Energie und Ressourcen verbraucht oder auf andere Weise die Umwelt beeinflusst.

Wasser ist essentiell für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Um die Ressource Wasser zu schützen, ist es wichtig Wasser zu sparen und zu schonen.

Eine geringe Versiegelung (Bebauung) von Flächen lässt Regenwasser versickern. So kann das Regenwasser wieder dem Grundwasser zugeführt werden und den Wasserkreislauf schließen. Auf der Landesgartenschau gibt es, mit Ausnahme von landwirtschaftlich genutzten Wegen, wasserdurchlässige Wege. Auf dem Aktionsplatz wird wasserdurchlässiger Asphalt eingesetzt. Wasser, das nicht versickern kann, wird in die Kanalisation geleitet. Es ist Abwasser, genauso wie Wasser aus den Sanitäranlagen oder Abwasser aus der Küche. Abwasser muss aufwendig gereinigt werden und beeinflusst so die Umwelt. Daher ist es am besten, möglichst wenig Abwasser entstehen zu lassen und das Abwasser möglichst wenig zu verunreinigen. Auf der Landesgartenschau werden umweltverträgliche Reinigungsmittel eingesetzt (Blauer Engel-zertifiziert), um das Abwasser möglichst wenig zu belasten.

Im Landesgartenschau-See wachsen zudem Wasserpflanzen, die das Wasser auf natürliche Weise filtern und reinigen.

Auch Sie können als Besucher zur Wasserschonung beitragen: Benutzen Sie den Aquastop bei den sanitären Anlagen, um Wasser zu sparen, und nutzen Sie unsere Trinkwasserbrunnen mit frischem Leitungswasser, um aufwendig hergestellte Verpackungen und lange Transportwege von Getränken zu vermeiden, denn auch bei der Herstellung von Produkten und Verpackungen werden viel Wasser und viele andere Ressourcen benötigt.

Natürliche Ressourcen sind Luft und Wasser, aber auch andere Rohstoffe, die aus der Erde entnommen werden, um daraus etwas herzustellen. Es gibt fossile Rohstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle, …) und nachwachsende Rohstoffe (Holz und andere pflanzliche Produkte wie Öl, Zucker, …). Die Herstellung von Produkten und Material ist mit Energieaufwand und Rohstoffverbrauch verbunden.

Um die Rohstoffe zu schonen, setzt die Landesgartenschau langlebige Produkte ein. Das meiste Inventar wie Messestände, Zelte, Dekorationsartikel, Sonnenschirme und Liegestühle wird von Landesgartenschau zu Landesgartenschau weiterverkauft und wiederverwendet. Bei Druckprodukten wird Recyclingmaterial (Blauer Engel-zertifiziert) verwendet, um den Rohstoff Holz zu schonen. Auf der Landesgartenschau wird der Müll getrennt, damit Rohstoffe nicht verloren gehen und recycelt werden können.

Die Landesgartenschau stärkt die Region. Regionalität ist wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. Produkte aus der Region belasten die Umwelt durch kurze Transportwege meist weniger als Produkte mit weiteren Wegen. Regionale Produzenten und Unternehmen werden zudem wirtschaftlich gestärkt. Mehr als 80% des Auftragsvolumens der Landesgartenschau beim Bau und Unterhalt gehen an Dienstleister in der Region. Während der Landesgartenschau können  regionale Produkte auf dem Markt im Stadtlabor erworben werden.

Die Landesgartenschau ist eine Ausstellung für jeden und jeder kann sich daran beteiligen. Dies dient der sozialen und gesellschaftlichen Nachhaltigkeit.

Die Landesgartenschau ist ein Ort für Familien und Kinder. Zahlreiche Spielplätze, Veranstaltungen und Aktionen lassen auch für Kinder keine Langeweile aufkommen. Die Schule im Grünen heißt Schulklassen willkommen. Kinder in Begleitung eines Erwachsenen erhalten bis zum Alter von 12 Jahren freien Eintritt.

Die Landesgartenschau schließt niemanden aus. Wege, Parkplätze und WCs sind barrierefrei. Es gibt Spielgeräte für Kinder mit Behinderungen. Führungen und Kommunikation gibt es in einfacher Sprache und sind nach individuellen Bedürfnissen ausgerichtet, so zum Beispiel für Gehörlose oder Blinde. Jeder soll die Landesgartenschau mit seinen Sinnen erleben können.

Jeder ist auf der Landesgartenschau willkommen. Veranstaltungen sind interkulturell und inklusiv, sie werden von allen für alle durchgeführt. Jeder kann sich beteiligen. Es gibt Veranstaltungen für Erwachsende und für Kinder. Verschiedene Kulturen stellen sich vor, zum Beispiel über die Gärten der Partnerstädte oder über Veranstaltungen.

Die Landesgartenschau bringt Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft zusammen.

Unsere Ernährung trägt durch die damit verbundene Lebensmittelherstellung und den Transport zur Entstehung von Treibhausgasen (Emissionen in die Luft) und damit dem Klimawandel bei. Regionale Produkte haben kürzere Transportwege und saisonale Produkte müssen nicht lange gelagert und gekühlt werden. Daher legt die Landesgartenschau Wert auf ein regionales und saisonales Angebot in der Gastronomie.

Nicht nur durch Emissionen in der Luft belastet die Lebensmittelherstellung die Umwelt. 67% des weltweit angebauten Getreides wird für Futtermittel für Mast-Tiere verwendet. Die Futterherstellung verbraucht also viel Fläche. Für diese Fläche wird Natur wie der Regenwald zerstört. Die Fläche dient auch nicht direkt dem Menschen. Über 800 Millionen Menschen auf der Erde leiden an Unterernährung (Hunger).

Massentierhaltung führt zu Nitratbelastung im Grundwasser durch Überdüngung (Emissionen in den Boden und ins Wasser). Durch Pestizide geht demnach die Artenvielfalt zurück.

Niemand muss komplett auf Fleisch verzichten, aber weniger Fleisch zu essen, ist gut für die Umwelt und für den Mensch. Probieren Sie daher die vielfältigen vegetarischen Speisen auf der Landesgartenschau, die neben den Fleisch- und Fischgerichten angeboten werden.

Achten Sie auf unsere Bio- und Fairtrade-Kennzeichnungen, die für umweltfreundliche Landwirtschaft bzw. faire Arbeitsbedingungen bei den herstellenden Bauern in Entwicklungsländern stehen.

Um Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu schonen, werden nur Mehrweggeschirr und Mehrwegflaschen in der Gastronomie verwendet. Des Weiteren werden umweltschonende Reinigungsmittel verwendet.